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 #38 Die, in der ich die Motorhaube nicht aufkriege

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nasty
D-12 und so...
Mitglied



BeitragVerfasst am: 25.11.2008, 21:52      Titel: #38 Die, in der ich die Motorhaube nicht aufkriege
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#38 Die, in der ich die Motorhaube nicht aufkriege


Dachboden (00:00)

Lena spricht in die Kamera: Es war so peinlich, gestern, Papa. Doris denkt, ich studiere erfolgreich in Braunschweig und ich wär' auch fast aufgeflogen, als ich gestern Nacht heimlich den Kühlschrank plündern wollte.


Bad (00:13)

Lena: Ich muss unbedingt duschen, bevor Doris noch merkt, dass ich die letzten drei Wochen im Obdachlosenheim gepennt hab.
Cem: Ich zuerst. Ich stink' wie 'n Alki.


Dachboden (00:20)

Lena zur Kamera: Cem ist auch nicht viel besser! ...


Bad (00:22)

Lena: ... Er sagt, er macht sein Abi nach, dabei geht er überhaupt nicht mehr zur Schule, sondern gammelt hier zu Hause rum.

Lena: Äh! Muss das jetzt sein?
Cem: Pff, die Sache zwischen uns ist ja wohl geklärt, oder? ... Sag mal, hast du Busen gekriegt?
Lena: Ja? Findest du?
Könnte aber auch am Push-up liegen.
Lena: Mhh, hast recht. Sind schon 'n bisschen gewachsen. ... Und, du trägst jetzt neuerdings Bart?
Cem: Ja voll cool, Alter. Darauf hab ich 19 Jahre gewartet. Ich muss mich jetzt richtig rasieren, wie'n Erwachsener. Fass mal an.
Lena: Okay ...

Lena träumt von einem gemeinnsamen Bad und einem Kuss mit Cem.

Du bist kein Teenie mehr. Du bist eine selbstständige Cem-ab... ähhh -unabhängige Frau geworden.
Lena: Gut!

Es kopft an der Tür.

Doris: Lena! Ich hör' doch deine Stimme!
Lena: Was soll ich 'n ihr jetzt sagen, wieso ich auf einmal wieder hier bin?
Cem: Wenn Metin fragt, bin ich nicht da, ja?! Er darf nicht wissen, dass ich feiern war.
Lena: Ich bin doch so scheiße schlecht im Lügen. ... Huh!...
Lena öffnet die Tür und tritt in den Flur.


Flur oben (02:24)

Lena (zu Doris): Tata!
Doris: Äh? Was machst du denn hier?
Lena: Ja ich ... ich hab ähhh ...
Doris: Ja?
Lena: Guck, Mama, ich hab dich so vermisst! Und da dachte ich, ich komm einfach mal vorbei, weil ich doch irgendwie gemerkt habe wie ... wie sehr ich meine Familie brauche.


Dachboden (02:40)

Lena zur Kamera: Das mit dem Lügen ging erschreckend gut. Ich glaub, das hab ich von dir. Also eigentlich kann man behaupten, dass du daran Schuld bist, dass ich so hinterhältig bin. Vielen Dank, Vater!


Intro (03:00)


Wohnzimmer (03:25)

Doris: Es gibt Nudelsuppe. Italienisch.
Yagmur: Bäh! Ich glaub die Italiener kochen die Tortellinis.
Doris: Ach ja? Wenn die Italiener aus dem Fenster springen, springst du auch.
Hermi: Musolinis sind das?
Cem: TORTELLINIS!
Metin: Musolini ist tot.
Hermi: Oh! Die echten Männer sterben aus.
Lena: Mama, is' voll lecker!
Metin: Wie lange gehen denn deine Semesterferien?
Der Kommissar ist mal wieder skeptisch. Scheiße!
Lena: Sag mal Metin! Hast du abgenommen? Ja, von hier siehst du richtig schlank aus.
Doris: Naja! ... Wie läuft's denn in der Uni?


Uni (04:20)

Prof: Frau Schneider. Sie sind wieder durchgefallen.
Lena: Jaaa, der erste Schein dauert ja immer ein bisschen länger.
Prof: Aber nicht neun Monate! Woraus besteht ein Fahrrad? Ihre Antwort: Aus Bambus!
Lena: Wie fanden sie mein Gedicht über Stahlkarosserien?
Prof: Sie sind viel zu ... viel zu kreativ für dieses Studium. Andere, die zeichnen Autos und Sie? Sie machen ... sie malen Flugkörper mit ... mit, mit, mit Federn und mit ... mit, mit, mit Teufelshörnchen. Wenn man von Ihnen ein Essay verlangt, dann schreiben Sie Lyrik!
Lena: Hey, das ist einfach manchmal ein bisschen zu viel Physik und Technik hier.
Prof: Sie werden niemals eine Maschine bauen. Um genau zu sein: Ich hoffe, das Sie niemals eine Maschine bedienen müssen!
Lena: Das sagen Sie mir, nachdem ich hier fast neun Monate meine Zeit tot geschlagen habe?
Prof: RAUS!


Wohnzimmer (04:57)

Lena: Joa, läuft. Uni läuft. Läuft. Hattest recht. In der Branche können Frauen noch richtig was rocken!
Doris: Und wie läuft es als Werkstudentin bei Mercedes?
Lena: VW.
Doris: Oh Gott, ja entschuldige. Ich kann mir ja keine Automarke merken. Was machst du denn da, bei BMW?
Lena: Ja, ich entwickle, ähh, helf bei der Entwicklung von Pro- Proto...
Doris: Toll! Toll! Toll! Diese jungen Frauen wie Lena können die Welt revolutionieren, wenn sie an die Macht kommen. Und dann ist dieser Planet gerettet.
Metin: Cem! Du hast mir ja dein Halbjahreszeugnis immer noch nicht gezeigt.
Cem: Hab ich oben.


Cems Zimmer (05:44)

Cems Drucker spuckt das Zeugnis aus.
Lena: Nicht schlecht. Kriegst du so auch ein Vordiplom hin?
Cem: Hundert Euro.
Lena: Fünfzig.
Cem: Zwanzig.
Lena: Okay.
Cem: Kannst du da mal unterschreiben? So wie 'n Direktor das machen würde?
Lena: Oh, Cemi hat 13 Punkte in Mathe?
Cem: Ja, ich war wieder mal ziemlich gut.
Lena: Mathematik schreibt man mit H!
Cem: Ich druck's nochmal aus.


Lenas und Yagmurs Zimmer (06:29)

Was für ein Loser. Wobei ... ich ja auch. Dann passen wir ja eigentlich super zu... argh Scheiße! Man, ich find ihn immer noch ziemlich süß! ... Kathi, ich bin noch nicht geheilt.
Lena: Wie läuft's mit Costa Cordalis?
Yagmur: Ich bete!
Lena: Na und! Gott schläft nie, also kannst du auch heute Nacht beten.


Küche (06:59)

Costa: Yagmur, wieso rufst du mich nie zurück?
Yagmur: Tut mir Leid, ich will nicht mit dir zusammen sein wie so 'n deutsches Mädchen.
Costa: Aber wir mögen uns doch.
Yagmur: Dann kannst du mich ja auch heiraten!
Costa: Heiraten?


Lenas und Yagmurs Zimmer (07:10)

Yagmur: Wir sehen uns ab und zu, wenn er mit Cem abhängt.
Lena: Mann, Yagmur, du bist so 'ne Prinzessin.
Yagmur: Wenigstens weiß ich, was ich will, was man von dir nicht behaupten kann. Falls du vor hast genau so 'n Gammler zu werden wie Cem, dann kann ich dir gleich sagen, dass ich dir kein Geld geben werde. Ich brauch' meine Ersparnisse für meine Hochzeit.
Lena: Vor allen Dingen brauchst du deine Ersparnisse, um die Therapie zu bezahlen.
Yagmur: Ich hab dich richtig vermisst, deine Beleidigungen und so.
Es klingelt, Lena rennt aus.


Küche (07:40)

Kathi: Oh Lena! Exfreunde angraben ist wie Pizza in der Mikrowelle aufwärmen. Die Nährstoffe gehen verloren, das Fett suppt raus und du kriegst Bauchweh.
Lena: Aber ich bin viel reifer geworden und - Ja! - bereit für 'ne richtige Beziehung.
Kathi: Woher willst'n du das wissen, du hattest nie eine! Gut, außer mit mir und unter uns: Du bist ziemlich schlecht im Bett.
Lena: Willst du damit sagen, du hast die ganzen Orgasmen nur vorgetäuscht?
Cem kommt rein und geht an den Kühlschrank. Kathi und Lena verlassen die Küche.


Wohnzimmer (08:08)

Kathi: Ähm, Lena, dir hat schon ziemlich lange keiner mehr Bescheid gesagt, wenn du nicht witzig bist, kann das sein?


Flur oben (08:13)

Kathi: Also hör zu: Du bist frustriert, weil du deine Eltern belügst, du hast momentan nichts, worüber du dich freuen kannst und da fixierst du dich auf das einzige, was einigermaßen gut aussieht in deinem Leben: Cem!
Im Hintergrund geht Cem gerade in sein Zimmer.


Lenas und Yagmurs Zimmer (08:22)

Lena: Findest du auch, dass er gut aussieht?
Kathi: Ja, also wenn Aussehen dein Kriterium ist, würde ich vorschlagen, du fängst was mit David Beckham an.
Yagmur kniet auf dem Boden und setzt ein gespieltes Lächeln auf, als sie von Lena und Kathi bemerkt wird
Lena: Hast du David's Nummer?
Kathi: Nein. Brad Pitt war neulich wieder so eifersüchtig, ...


Dachboden (08:30)

Kathi: ... da hat er sie aus meinem Handy gelöscht. ... Hat Cem denn irgend'ne Andeutung gemacht, dass er wieder interessiert ist?
Nach kurzem zögern, schüttelt Lena andeutungsweise den Kopf.
Lena: Aber ich könnte doch den Anfang machen.
Kathi: Das wirst du nicht tun, Lena.
Lena: Okay.
Kathis Handy ertönt (Britney Spears, Toxic).
Kathi: Baby, ich muss nochmal ins Büro.
Lena: Es ist Sonntag. Wir wollten Costas Kneipe angucken.
Kathi: Hallo?! Dritte Assistenz! Ich hab Verantwortung!
Lena: Opa! Du kannst die Kopfhörer wieder absetzen. Und bring das Geschirr runter, wir sind fertig.


Cems Zimmer (09:26)

Cem: Und, was machst du?
Lena: Ich denk' nach.
Cem: Schon wieder? Wie oft machste das?
Ich darf nicht den Anfang machen. Ich darf nicht den Anfang machen.
Cem: Und? Wie läuft's mit den Jungs?
Er hat den Anfang gemacht. Jetzt bloß nicht prüde rüberkommen.
Lena: Läuft, ich hab mal so richtig die Sau rausgelassen. Weißt du, eine Beziehung nach der anderen. Und? Bei dir so?
Cem: Überzeugter Single!
Doof! Doof! Arschlochdoof!


Wohnzimmer (10:06)

Cem zeigt Metin sein Zeugnis.
Metin: Das sieht ja ganz gut aus, Cem. Vielleicht schaffst du ja dieses Jahr dein Abitur, hä?
Cem: Auf jeden, Mann!
Metin: Wenn nicht, enterb' ich dich.
Lena: Ohhh wir hatten so auf deine tollen Hawaii-Hemden gehofft!
Doris: Wir haben uns überlegt, dass wir dir was schenken wollen, Cem, um dich auch weiterhin zu motivieren. ... Käsekuchen.
Lena: Äh, Doris?
Doris: Mhh?
Lena: Irgendwas stimmt mit dem Kuchen nicht.
Doris: Doch, doch! Ich hatte keinen Frischkäse mehr, da habe ich Gouda genommen.
Metin: Ähm, du musstest ja deinen Führerschein schon selbst bezahlen, und da haben wir uns überlegt, dass wir dir einfach Doris altes Auto schenken.
Cem: Wie geil, Mann! Danke!
Lena: Okay. Echt schön für dich, aber was krieg' ich? Ich hab immerhin bald mein Vordiplom.
Metin: Du verdienst so viel Geld bei deinem tollen Werkspraktikum in der Automobilindustrie, dass wir dir gar nichts mehr bieten können.
Cem lacht.
Lena: Ja, ich hab echt totales Glück.
Doris: Alles vorbestimmt, Gurke, alles vorbestimmt. Schon deine Geburt stand unter guten Sternen. Damals hatte ich diese Bekanntschaft zu Ludovico. Er hatte die Gabe. Ludovico Nastrovjovic.
Metin: Äh, wer ist denn das schon wieder?
Lena: Keine Sexgeschichten!
Doris: Gurke, er hatte die Gabe in die Sterne zu sehen. Er hat ein Horoskop für dich erstellt.
Lena: Und?
Doris: Er wusste, dass du in die Automobilbranche gehen würdest.
Lena: Klingt ja echt so als ob's 'n ganz großer Mentalist ist.


Flur unten (12:00)

Kathi: Okay, ich hoffe Costas Kneipe ist ein offizieller Hotspot.
Cem: Was meint sie? Ob's da Nutten gibt?
Kathi: Oh Cem! Immer wenn ich dich sehe, bereue ich es, dass ich für Steinmeier und nicht für Koch arbeite. ... Wireless! Ich muss online bleiben!
Cem: Ich geh mal ausparken.
Kathi: Man, Lena, euer scheiß Haus. Ich hab nur zwei Balken.
Lena: Kathi, du wirkst leicht gestresst.
Kathi: Ja? Gut, dann werd ich nicht gefeuert.
Kathis Klingelton.
Kathi: Katharina Kuhn, assistant assistant Büro Steinmeier, hallo? ... Ja ich hab die Flüge...Ich habe First-Class gebucht. ... Äh, Moment mal. ... Okay, ich hab vergessen es zu synchronisieren. Sorry. ... Okay, 47 Kopien. Wie dick ist das Paper? 350 Seiten? Alles klar, dann bin ich morgen um vier Uhr im Büro. Danke! Tschüüs!
Okaay. Vielleicht ist es doch ganz geil nichts zu tun zu haben.
Cem: Das Auto springt nicht an.
Doris: Das Auto springt nicht an? Ja dann, ähh ...
Lena: ... gehen wir eben zu Fuß.
Kathi: Ich ruf die Werkstatt an.
Doris: ... dann repariert das Lena eben schnell. Wozu studiert sie Maschinenbau?
Doris telefoniert: Didi! Halt dich fest! Lena repariert unser Auto. Komm schnell!


Strasse vorm Wohnhaus (13:07)

Die Familie und Kathi haben sich ums Auto versammelt, Metin bringt einen Werkzeugkasten mit.
Doris: Das ist der schönste Moment in meinem Leben!
Lena: Ja, also, ähhm ... Wenn so ein Auto nicht anspringt, dann ähh ...
Jetzt flieg ich auf.
Lena: ... dann, ähh ...
Doris: Warte, warte! Dann öffnet man die Motorhaube.
Lena: Richtig Doris! Gut! Ja, man öffnet einfach die Motorhaube.
Kathi hustet.
Lena: Wer von euch weiß denn, wie man eine Motorhaube öffnet?
Kathi: Vorne, neben dem Lenkrad.
Lena: Na dann schauen wir doch mal nach, ob die Kathi auch recht hat.
Lena sezt sich ins Auto. Nachdem sie erst den Scheibwischer und die Hupe betätigt, springt die Haube auf.
Die Frauen applaudieren, Metin und Cem stimmen zörgerlich ein.
Lena: Ja, da liegt er vor uns, der Motor mit all seinen - was immer das alles sein mag - technischen Raffinessen. Ja, wir haben hier zum Beispiel ähhm Wie ekelhaft ist das denn bitte? Öl. Ganz wichtig für den Motor: er muss immer schön geölt sein.
Doris: Was ist denn jetzt kaputt?
Lena: Doris, bitte ich konzentrier' mich, ja.
Cem: Darf ich raten?
Lena: Ja, von mir aus.
Cem: Unter Umständen sind die Zündkerzen verdreckt?
Lena: Gut, Cem, gut! Durchaus 'ne Möglichkeit.
Cem schliesst die Haube, klatscht sich - nach getaner Arbeit - in die Hände, und bedeutet Lena, die noch hinter'm Lenkrad sitzt, mit einer Geste, dass sie starten soll.
Der Motor springt an. Erneut Applaus als Lena aussteigt.
Doris: Das hast du Cem ganz toll gezeigt. Cem, bedank' dich doch mal bei Lena.


Costas Kneipe (15:02)

Lena: Ich dachte Costa wollte irgendwas aus der Kneipe machen?
Cem: Ja, er hängt zur Zeit 'n bisschen durch, weil Yagmur voll einen auf heiratsgeil macht. ... Arschloch! Wo bist du?
Kathi: Mist! Jetzt hab ich vergessen die Mail an die vierte Assistenz zu schicken.
Lena: Kannst du mal bitte aufhören, mir ständig unter die Nase zu reiben, wie busy du bist?
Kathi: Was kann ich dafür, dass du an Perspektivlosigkeit leidest.
Lena: Ich hab einfach nur gemerkt, dass das Studium nichts für mich ist.
Kathi: Du hast einfach nur gemerkt, dass du keine Träume hast.
Cem: Das ist nicht dein Ernst. Du hast noch gar nichts renoviert, Mann.
Kathi: Also, ich würd' ja was mit Shishas machen. So 'n paar Kissen in die Ecke und einfach so dass hier 'n bisschen mehr Schwung reinkommt. Vielleicht 'n bisschen was mit Farbe hier. Hört mir jemand zu?
Lena: Costa, nicht Depri schieben.
Costa: Ohne Yagmur hab ich irgendwie überhaupt keinen Bock zu Leben. Ich wollte echt was draus machen. So 'ne richtige Szene-Kneipe, weißte. ... Ich glaub, ich schmeiß den Mist hin.
Wird denn keiner von uns erfolgreich? Sind wir alle verflucht?


Bad (16:18)

Yamur: Es ist mir egal, dass es ihm schlecht geht. Ich weiß, was ich will und ich will keine Affäre oder sowas unverbindliches. Aber das verstehst du nicht. Du hast ja keine Prinzipien.
Yagmur verlässt das Bad, gleichzeitig kommt Cem rein.
Lena: Cem hast du nicht das Gefühl, dass es komisch ist, dass wir wissen, dass wir morgen früh aufstehen und nichts zu tun haben werden?
Cem schüttelt den Kopf.
Cem: Warte zwei, drei Wochen ab, dann haste dich total dran gewöhnt.


Küche (17:02)

Metin: So, ich bin dann mal weg. Und dir viel Spaß in der Schule, mein kleiner.
Doris: Lern schön, Gurke.
Doris und Metin gehen zur Arbeit.
Lena: Und jetzt?


Wohnzimmer (17:22)

Lena und Cem sitzen auf dem Sofa vor'm Fernseher. Cem reicht ihr das Programmheft.
Cem: Kreuz an, was du sehen willst. Vierzehn Uhr müssen halbe Stunde Pause machen, weil Hermi dann kurz runterkommt, Tee kocht und seine Tabletten nimmt.
Lena: Verstehe. Oh man. Eigentlich wollte ich immer was mit Journalismus machen. So Schreiben oder Reportagen und so.
Cem: Ich wär voll gern Rapper. ... Ja, Mann! Ich bin Türke. Rappen is' 'ne total gängige Sache um ... um hier dings ähm ähh schwere Kindheit zu verarbeiten in 'nem fremden Land und so.
Lena: Cem, was hast du denn bitte schön zu verarbeiten? Dass du deine Wäsche selber aus dem Trockner rausholen musst?
Cem: Du verstehst das nicht. Rap is' 'ne Kultur, die nur Ausländer betrifft. Willst du Popcorn?
Lena: Jo. Mach voll. Ach, und wenn du schon in der Küche bist, dann bring doch gleich dein Nummer 1 Album mit.

Cem geht in die Küche, Lena zappt durch die Fernsehkanäle.


Küche (18:23)

Cem wirft das Pop-Corn in die Mikrowelle und telefoniert gleichzeitig.
Cem: 20 Euro, Costa. Das wird ja wohl drin sein! Ich will die Tussi wenigstens beim ersten Date einladen können.


Wohnzimmer (18:30)

TV-Hellseher: ... für dich in Zukunft alles, alles gute und das mit der Kastration würde ich nicht empfehlen.
Lena: Was für'n Scheiss.
TV-Hellseher: Haben sie Probleme mit ihrer Katze? Möchten sie das Schicksal ihres Bellos wissen, dann rufen sie mich an. Ich bin Ludovico Nastravjovic und ich lese für sie in die Sterne ...
Lena: Oh mein Gott ...
TV-Hellseher: Ich bin ...
Lena: Oh mein Gott, das Arschloch ist auf einem Call-In-Sender?
Cem aus der Küche: Haste was gesagt?
TV-Hellseher: ... mit Hilfe der Sterne. Rufen sie jetzt an für nur 6 Euro 99 die Minute. Die Kosten aus den Mobilfunknetzen können geringfügig abweichen.
Lena greift zum Telefon und wählt mehrfach.
TV-Hellseher: Sodele, die Leitungen stehen, die Schwingungen sind günstig. Ich stehe in Kontakt mit die Sterne Orion Centauri 4.
Das Freizeichen ertönt.
TV-Hellseher: Hallo, Astroshow.
Lena: Was für eine selten dämliche Prognose war'n das eigentlich, hä? Du hast mein Leben versaut, du Arsch.
Lena knallt das Telefon auf den Tisch.
TV-Hellseher: Wer immer du da eben warst, stelle dich. (Zur Redaktion:) Jaja, gib mir die Nummer, ich will eine Rückruf.
Lena: Cem, ...
Cem aus der Küche: Ja.
Lena: ..., haben wir eigentlich ISDN?
Cem: Immer schon!
Das Telefon klingelt.
Lena: Oh Gott, das ist jetzt irgendwie zu interaktiv.
Lena versteckt das Telefon unter einem Sofakissen. Der Anrufbeantworter nimmt den Anruf an.
Doris' Stimme vom Anrufbeantworter: Hier ist der Anschluss von Familie Schneider ...
Metins Stimme: ... und Öztürk ...
wieder Doris' Stimme: ... im Moment sind wir leider multikultig unterwegs, aber ...
Metins Stimme lacht vom Band.
TV-Hellseher: Ach die Doris, natürlich. Ah du bist Doris' Tochter, die Nena, nee Quatsch mit Sosse, die Lena. Das versteh ich nicht. Hat das mit die Job in die Medien nicht geklappt?
Lena schaltet abrupt den Fernseher aus.
Job in den Medien? Ich dachte, er hat mir prophezeit in die Automobilbranche zu gehen.
Lena (weinerlich): Cem!
Lena geht Richtung Küche.


Küche (20:14)

Cem (telefoniert): Lena? Tss, warum sollte ich Lena einladen? ... Mann, Costa, so langsam nervt deine Depression. Da ist nichts mehr. Nein Liebe ist nicht unzerstörbar!
Lena kommt in die Küche: Ich muss dich was ...
Sie hält inne, als sie bemerkt, dass Cem telefoniert.
Cem: Genau, ich lade Lena ein und wir haben 'n total romantischen Abend und alles ist in Ordnung.
Pech im Beruf, Glück in der Liebe.


Costas Kneipe (20:41)

Lena und Kathi kommen rein.
Costa: Hey, Ladies.
Lena: Hey, Costa, deine Kundschaft wird ja immer cooler.
Costa schaut sich verwundert um.
Lena: Ich meinte eigentlich Kahi und mich.
Costa lacht: Setzt euch.
Sie setzen sich an einen freien Tisch.
Kathi: Also hat Cem von dir gesprochen?
Lena: Er hat drüber nachgedacht, dass er mich daten will. Okay, danach hat er nichts mehr dazu gesagt, aber das heisst doch nicht, dass ich auf ihn zugehen muss.
Kathi: Und du bist dir sicher, dass du alles richtig verstanden hast?
Cem kommt rein, und geht direkt zu einem Tisch, an dem eine junge rothaarige Frau sitzt.
Cem: So, da bin ich wieder. Gehn wir noch wo anders hin?
Rothaarige: Wollt dir noch meine Wohnung zeigen.
Sie flüstert ihm etwas ins Ohr. Er lacht.
Beim gemeinsamen rausgehen bemerkt Cem Lena und Kathi.
Cem: Hey!
Lena: Hey!
Costa (am Tisch): So, was trinkt ihr beiden Süssen?
Lena: Eine Apfelsaftschorle, ein grosses Messer und zwei Pulsadern, bitte.
Costa: Cocktails hab ich aber nicht.


Wohnzimmer (21:59)

Metin (zu Cem): Wenn du dein Abitur hast, kannst du ja Jura studieren. Ich seh dich schon als Anwalt, wie Keanu Reeves in dem Film 'Die Firma'.
Doris: Das hat doch der Zwerg gespielt, dieser Tom Cruise. Naja, Cem ist ja auch nicht viel grösser.
Metin: Mein kleiner Cem Cruise.
Sagen wir so, Katie Holmes werde ich nicht sein. Arschloch, ich hasse ihn, ich hasse ihn, ich ...
Metin verabschiedet sich von Doris mit einem Kuss und will gehen.
Lena: Cem geht garnicht zur Schule. Er verlässt das Haus, und wenn ihr weg seit, kommt er wieder.
Metin und Doris blicken fragend zu Cem.
Cem: Und sie geht garnicht zur Uni. Sie ist exmatriku...kudingsbumst worden, schon vor drei Monaten. Sie ist viel zu bescheuert, um Autos zu bauen.
Doris: Du lügst deiner Mutter ins Gesicht, ohne mit der Wimper zu zucken.
Metin: Du bespuckst deinen Vater mit hinterhältigen Lügen. Ich weiss garnicht, wer von euch beiden weniger Anstand im Leib hat.
Lena: Immerhin will ich kein Rapper werden.
Cem: Was?
Metin: Ich hab so die Schnauze voll, Cem. Entschuldige bitte.
Cem: Und sie will in die Medien. Sie will zu Bild, oder so was.
Lena setzt an etwas zu sagen, wird aber von Doris übertönt.
Doris: Habt ihr sie noch alle? Jetzt bin ich auch ein bisschen zu laut geworden.
Metin: Kein Problem.
Lena: Ich weiss garnicht, was du hast. Dieser blöde Wahrsager hat doch eh vorhergesagt, dass ich irgendwas mit Medien machen werde.
Doris: Du willst Sklavin der Medienmogule werden. Du willst Menschen manipulieren.
Lena: Genau, und dann mach ich 'ne okkulte Sitzung, lasse Stalin und hitler wieder auferstehen, nur damit ich mit Antonia Rados richtig geile Kriegsberichterstattung machen kann. Klar!
Hermi (kommt rein): Stalin ist auch tot?
Lena (im rausgehen): Ja, Oppa.
Metin (zu Cem): Geh nach oben. Ich will dich nicht mehr sehn.
Doris: Metin, das war jetzt 'ne ganz unkonkrete Drohung. Du musst mit jeder Strafe auch die Aussicht auf Versöhnung kommunizieren.
Metin: Ich will dich zehn Jahre nicht mehr sehen. (zu Doris) Besser?


Flur oben (23:35)

Cem (zu Lena): Blöde Sau. Wieso hast du das gemacht?
Lena: Wieso hast du behauptet, dass du Single bist?
Cem: Bin ich doch. Ich will nichts festes.
Lena: Ach, du meinst, du vöglst sie nur?
Cem: Echt, fuck. Du bist ja immer noch in mich verknallt.
Lena: Selbst, wenn. Was wäre wenn?
Cem: Dann kannst du mich am Arsch lecken. Du hast mein Leben zerstört.
Cem schlägt seine Zimmertür hinter sich zu.
Lena: Was gibt's daran bitte noch zu zerstören, Cem?


Abspann (24:05)



(edit und ergänzungen ab (18:30): FraNK 24.05.2009, 15:30)

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